Pflegeheim Sankt Hildegard in Seelbach ist Corona frei

Es gibt gute Neuigkeiten aus Sankt Hildegard: Die zuletzt noch an Covid-19 erkrankten Bewohner des Pflegeheims haben überlebt – und in den vergangenen Tagen sind keine neuen Corona-Fälle mehr aufgetreten.

Seelbach. Anfang April hatten sich die traurigen Nachrichten aus dem Caritas-Haus gehäuft, fast täglich traten neue Infektionen auf. Zwei Bewohner erlagen der Lungenkrankheit. Das Virus war von außen in das Haus getragen worden, der genaue Ansteckungsweg ließ sich für den Lahrer Caritasverband nicht mehr nachvollziehen (wir haben berichtet).

Die meisten Infektionen gab es unter dem Personal, 21 Mitarbeiter wurden positiv getestet und in häusliche Quarantäne geschickt. Von ihnen sind mittlerweile fast alle genesen und in den Dienst zurückgekehrt.

Sieben Heimbewohner erkrankten an Corona. Zwei starben, doch die anderen fünf Senioren haben die Lungenkrankheit – teils nach Klinikaufenthalten – überlebt. Alle sind nun zurück in Sankt Hildegard, es geht ihnen wieder besser. Die Situation hat sich insgesamt normalisiert, den letzten positiven Corona-Befund bei einem Bewohner gab es am 12. April, bei einem Mitarbeiter am 5. April.

Seit 12. April kein positiver Corona-Test 

Ist die Krise überstanden? “Jein”, so die vorsichtige Antwort von Caritas-Vorstand Mirko Poetzsch. Er sei natürlich froh, dass sich die Lage stabilisiert hat, warnt aber davor, sich zu sicher zu fühlen. Man sei noch nicht über den Berg.

Die Hygienestandards bleiben hoch: Sobald ein Bewohner grippeähnliche Symptome aufweist, betreten die Pflegekräfte sein Zimmer nur noch in voller Schutzmontur – mit Kittel, Handschuhen, Mund- und Nasenschutz sowie Schutzbrille. Beim Verlassen des Zimmers wird die komplette Ausrüstung entsorgt und danach nicht mehr wiederverwendet.

Natürlich besteht auch nach wie vor ein Besuchsverbot, so wie in allen Pflegeheimen im Land. Für die Bewohner, aber auch für ihre Angehörigen sei das eine große Belastung, so Poetzsch. Empfin-det er die Kontaktsperre als zu hart? “Privat würde ich mir wünschen, dass es gelockert wird”, antwortet er, doch in seiner Funktion als Caritas-Vorstand habe er einen anderen Blick darauf. Denn das Risiko, dass das Virus von außen in das Haus getragen wird, sei hoch. Man versuche aber, den Besuchern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, ermögliche ihnen zum Beispiel Videotelefonate mit ihren Lieben daheim oder Spaziergänge im Hausgarten.

Sankt Hildegard hat einen hohen Bedarf an Schutzausrüstungen. Bei den Masken sieht Poetzsch das Haus ganz gut versorgt, eng werde es dagegen bei den Schutzkitteln. Ein Mangel bestehe auch bei kontaktlosen Thermometern, die eine hygienische Fiebermessung mittels Infrarot-Technologie ermöglichen.

Quelle: https://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.seelbach-heim-ist-jetzt-corona-frei.9093ec6a-77e9-4314-98e4-df4d8fc22357.html